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Beratungen zum Thema Psyche und Ängste

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Es wurden 154 Probleme gefunden.

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Ich hab keine Kraft mehr
Frage von Angi (26, weiblich) - Beantwortet am 20.07.2010
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Alles läuft aus dem Ruder und ich weiß nicht was ich machen soll und Kraft hab ich auch keine mehr.
Fang ich bei Familie und Beruf an: Familie und Beruf deshalb weil ich im Familienbetrieb arbeite.
Meine Mutter: Alkoholikerin, will aber nichts dagegen tun. Therapie abgebrochen. Eigentlich die Bürokraft im Betrieb, bekommt aber nichts mehr hin. Mein Stiefvater und ich müssen ihre Arbeit miterledigen. Eine andere Bürokraft können wir uns nicht leisten. Meine Mutter hat ständig irgenwelche anderen Krankheiten und wenns mir mal nicht gut geht gehts ihr ja immer schlechter als mir.
Mein Stiefvater ist mein Chef. Lob für das was ich mache hab ich noch nie bekommen. Betrieblich läufts grad nicht so gut. Er lässt immer häufiger die arbeit liegen, chattet lieber mit anderen Frauen im Netz. Ja, er trifft sich auch mit einigen, angeblich nur zum reden. Wir habens per Zufall rausgefunden. Folge seines tuns: Meine Mutter weint, heult sich bei mir aus (sie hat sonst niemanden da sie alle kontakte abgebrochen hat), es kommt kein Geld rein ( er muss rg. schreiben, tuts nicht, ich bereite alles vor er müsste nur nochmal drüber schauen, macht er auch nicht), ich muss ständig nach meinem Lohn fragen, einfach so würden sie mir den nicht bezahlen, sie denken einfach nicht dran.
Ich sollte mir eigentlich einen anderen Job suchen, aber das ist nicht so einfach. 1) soll nicht arrogant klingen, aber ohne mich wären meine Eltern aufgeschmissen. 2) ich arbeite in einem Männerberuf, leider werde ich da als Frau meistens als unfähig hingestellt und die meisten wollen auch keine Frauen in dem Bereich einstellen. 3) der Beruf ist Wetter abhängig, und momentan läuft draußen gar nichts.
Die Situation macht mich schon ziemlich fertig, ich bin müde, fühl mich gestresst, hab keine Lust auf irgendwas, usw.
Zu Hause hab ich einen Freund. Wir sind seit 8 Jahren zusammen. Mein Stress auf der arbeit hat auch unserer Beziehung schon geschadet, s.o. Auch hab ich keinerlei Lust mehr mit ihm zu schlafen.
Seit drei Wochen gib es ein neues Problem. Bei einer Untersuchung bei ihm wurde festgestellt das er Blut und Eiweiß im Urin hat. Er wurde von seinem Hausarzt und auch schon von einem Urologen untersucht. Diagnosen bisher: Blasenentzündung, er bekam antibiotika. es wurde nicht besser. Dann wurde ein Ultraschall gemacht, er wurde geröngt und hatte eine Blasenspiegelung. Da wurde ien gereitzte Blase und Harnröhre festgestellt und eine verengte Harnröhre. Er bekam andere Antibiotika verschrieben. Ich muss noch sagen dass er keinerlei Probleme zuvor hatte, keine Symptome einer Blasenentzündung, etc. Gestern Morgen bekam er dann schmerzen. Ich hab ihn dann dazu gebracht nochmal zum arzt zu gehen. Der konnte aber nichts feststellen woher die schmerzen kamen. Jetzt hat er einen Termin bei einem Nierenspezialisten. Sein Urologe sagte zu ihm dass ja alle "guten" erkrankungen mittlerweile ausgeschlossen wären. Mein Freund ist verständlicher weise total fertig. Er sitzt zu Hause und grübelt, hat Angst.Er ist gestern auch von der Arbeit nach hause gekommen wegen den Schmerzen, aber sein Arzt will ihn nicht Krankschreiben.
So, ein, wie ich hoffe kurz genug geratener, Umriss meiner momentanen Situation. Ich bin immoment einfach nurr noch fertig. Ich fühle mich so hilflos und könnte die ganze Zeit weinen. Ich habe Angst. Ich hab keine Lust auf Arbeit zu fahren und die ganzen Probleme die da auf mich warten. Ich kann aber auch nicht zu Hause sein und mir das Schweigen meines Freundes antuen. Ich möchte ihm so gerne helfen weiß aber nicht wie. Andererseits hab ich aber auch keine Kraft mehr. Es ist mir alles zuviel.
Danke fürs lesen.


KuWe antwortet:
Liebe Angi,
was Du da schreibst, ist ein ganz schöner Brocken und ich weiß, wovon Du redest, denn ich habe mich schon sehr oft in ähnlichen Situationen gefunden, die aus mißlungener Arbeit, Familienstreß und Krankheit bestehen. Allerdings hatte ich immer einen sehr guten väterlichen Freund, der mich aufgefangen hat, deshalb versuche ich das bei Dir jetzt auch:
Ich kann verstehen, dass Du total kraftlos bist, weil Dir die Situation die Kräfte raubt. Ich habe es folgendermaßen gemacht: eine Liste erstellt, mit allen Dingen, nie mich nerven und mir gegen den Strich gehen. Bitte alles in eine Spalte untereinander schreiben, z. B. Arbeitsstelle macht mich fertig, keine Anerkennung, meine Mutter raubt mir meine Kräfte (ich bin nicht ihr Babysitter, sie ist für sich selbst verantwortlich), mein Stiefvater kotzt mich an, usw. (schreib ruhig Deine Gefühle dazu, dann siehst Du, was diese Probleme mit Dir machen). Dann schreibst Du in die Spalte hinter Deinen Problemen, wie Du sie lösen könntest, z. B. neue Arbeitsstelle suchen (womit sich auch die Probleme mit Mutter und Stiefvater erledigt hätten).
Klar hast Du über Deine Arbeitsstelle geschrieben, dass Du als Frau nicht anerkannt wirst, aber es muss ja auch nicht von heute auf morgen sein. Schreibe einfach Bewerbungen und irgendwann wird sich jemand für Dich interessieren. Lass Dich hierzu vielleicht vom Arbeitsamt beraten.
Ich weiß, das hört sich alles viel auf einmal und kaum zu bewältigen an, aber wenn die Liste soll Dir erst mal aufzeigen, dass jedes Problem zu lösen ist und Dir wieder neuen Mut machen, ein Lichtlein am Horizont. Und im Anschluss daran kannst Du jeden einzelnen Punkt in Angriff nehmen und Dir erst den nächsten Punkt vornehmen, wenn der davor erledigt wurde. So kommst Du eine Stufe nach der anderen aus Deiner Situation heraus.
Noch eine Anmerkung zu der Krankheit Deines Freundes: auch die "bösen" Krankheiten sind heute gut therapierbar. Mein Ex-Mann hat Nierenversagen gehabt und er lebt jetzt sehr gut mit einer Dialyseform, die von zu hause aus gemacht werden kann. Steiger Dich nicht zu sehr in die Krankheit Deines Freundes hinein, denn es ist "seine" Krankheit. Klar kannst Du ihn unterstützen, aber auch Deine Kraft ist begrenzt und das wird er auch verstehen.
Ich wünsche Dir ab jetzt alles Glück dieser Welt und viel Kraft für Dein neues Leben, dass Du ab jetzt positiv leben wirst, Deine Diana


Wie komme ich endlich weg von ihm
Frage von CaSSy (23, weiblich) - Beantwortet am 20.07.2010
ich bin seit nun bereits 8 jahren mit einem kerl zusammen den ich schon seit 3 jahren nicht mehr liebe.ich komme aber einfach nicht weg von ihm.da ich angst habe vor den problemen die dann auf mich zukommen.denn er droht mir mit dingen wie ich bringe dich um wenn du schluss machst un deinen neuen freund auch und so weiter.ich weiss das das nur leere gespräche sind.trotzdem bekomme ich nichtt die kurve endlich von ihm weg zu kommen.ich will glaub ich alles nur immer wieder auf morgen verschieben aber so kann es nicht weitergehn.was soll ich nur tun? wie bekomme ich nedlich genug selbstvertrauen mut und antrieb um von ihm los zu kommen. ich glaube es ist weil ich einfach keine kraft mehr ahbe denn er hat mmich über die jahre hinweg wirklich kaputt gemacht.ich wohne auch mit ihm zusammen das ist auch ein problem

KuWe antwortet:
Liebe Cassy,
wie Du mehr Mut und Selbstvertrauen bekommen, kann ich Dir auch nicht sagen. Das kommt von Innen heraus und kann leider nicht geübt werden. Ich kann Dir nur raten, Dich schleunigst von ihm zu trennen, denn Deine Situation wird nicht besser werden, ganz im Gegenteil. Er saugt regelrecht Deine ganze Kraft aus Dir raus.
An Deiner Stelle würde ich mir eine vertraute Person suchen in Deinem Bekannten- oder Verwandten-Kreis, das kann eine Frau sein, der Du Dich voll anvertrauen kannst oder ein Mann, bei dem Du Dich beschützt fühlst. Vielleicht kannst Du da auch ein paar Tage unterkommen, so dass Du aus der Wohnung raus bist. Falls Du wirklich Angst vor Übergriffen von Deinem Ex hast, kannst Du in ein Frauenhaus gehen, da ist die Adresse geheim und er kann Dich nicht finden. Benachrichtige den Weißen Ring (googlen), die kümmern sich unter anderem auch um Storker-Opfer und schauen, dass Dein Ex von Dir fern bleibt. Ansonsten rate ich Dir, Dich in Deiner Stadt an eine Gesprächsstelle (z. B. Frauenberatungsstelle, Diakonisches Werk, Caritas, etc.) zu wenden, um mit ihnen die nötigen Schritte durchzusprechen. Ein kleiner Tip noch: stell Dir einfach so oft wie möglich vor, wie schön die Zeit wird, wenn Du Single bist und tun und lassen kannst, was Du willst. Du bist Dein eigener Herr und musst niemanden mehr um was fragen.
Ich wünsche Dir alle Kraft und Mut der Welt, Deine Diana


Ängste und Lügen
Frage von Julia (23, weiblich) - Beantwortet am 25.06.2010
Ich weiß ehrlich nicht mehr weiter! Irgendwie bin ich einem Teufelkreis aus Lügen und Ängsten gefangen und weiß nicht wie ich da rauskommen soll!
Eigentlich sollte ich studieren, was ich aber nicht mehr mache, weil ich mein Studium versaut habe. Ich habe schon immer Probleme mit Mathe gehabt, habe auch das Abitur nur mit vielen Hilfestellungen meiner Lehrer im zweiten Versuch geschafft. Sie wollten mich sozusagen loswerden. Wider besserem Verstand habe ich mich für ein Studium entschieden, welches als Hauptbestandteil Mathe beinnhaltet und habe es trotz größter Anstrengungen nicht geschafft!
Meine Mutter wollte immer das ich studiere, damit ich mal einen guten Beruf habe und nicht als Hartz 4 Empfänger ende und nun habe ich es versaut.
Meine Mutter weiß nicht, dass ich mein Studium versaut habe, ich habe mich einfach nicht getraut es ihr zu sagen. Ständig habe ich sie aufs neue belogen was mein Studium betrifft und meine Ängste wurden von Tag zu Tag größer! Ich habe das Gefühl kurz vor einer Depression zu stehen oder schon mitten drin zu stecken! Ich habe solche Angst, dass sie enttäuscht von mir ist und mich verstößt, denn sie sagte mir mal, dass ich nicht mehr zu ihr kommen bräuchte, wenn ich das Studium versaue. Zu meiner Mutter habe ich eine so enge Verbindung und ich weiß nicht was ich mache, wenn sie mich wirklich verstößt.
Schon so oft habe ich mir vorgenommen, es ihr zu sagen, aber sie lebt sozusagen durch mich ihren Traum und nun ist alles dahin!
Was soll ich nur tun ich habe solche Angst! Ich will meine Mutter nicht verlieren, ich will sie nicht enttäuschen...

KuWe antwortet:
Liebe Julia,
Du musst Dir von mir jetzt mal ein paar harte Worte anhören, aber ich hoffe, sie rütteln Dich wach!
1. glaube ich nicht, dass Deine Mutter Dich verstoßen würde, weil Du das Studium versaut hast. Du hast ja Dein Bestes gegeben. 2. Warum studierst Du nicht etwas, was nicht Mathe als Hauptbestandteil beinhaltet? Deiner Mutter scheint es ja nur um das Studium zu gehen und nicht, was am Ende dabei rauskommt. Wobei wir bei Nr. 3 wären: Du bist mit Deinen 23 Jahren vielleicht noch nicht ganz reif, aber doch schon erwachsen genug, um Deine Träume zu leben und nicht die Träume Deiner Mutter. Wenn Deine Mutter wirklich so ein Drachen ist, wie Du sagst, dann verstehe ich die Enge Bindung zwischen Euch nicht. Ich glaube, dass Dir ziemlich viel Selbstbewusstsein fehlt, welches Du in Gegenwart Deiner Mutter dringend benötigst.
Ich glaube nicht, dass, wenn Du Deiner Mutter die Wahrheit sagst, und ihr verständlich machst, dass Du sehr stark leidest, sie sich das für Dich gewünscht haben mag. Jede Mutter will, dass es ihrem Kind gut geht (hoffe ich doch).
Setze Dich erst mal mit Dir selbst auseinander und überlege, was Du alleine wirklich willst und was zu realisieren ist. Dann kannst Du auch Deiner Mutter stark gegenüber treten und ihr von Deinen Plänen berichten.
Versteh mich nicht falsch, aber ich glaube, dass in Deinem Fall eine Psychotherapie bei einer netten verständnisvollen Therapeutin, Dir sehr gut tun würde um Dein Selbstbewusstsein aufzubauen und die Beziehung zu Deiner Mutter zu hinterfragen. Man muss sich ja auch die Frage stellen, warum Deine Mutter so geworden ist und Dich in diese Ecke drängt...
Noch etwas zu HartzIV-Empfängern, denen Deine Mutter ja so kritisch gegenüber steht: Ich bin leider selbst eine, obwohl ich arbeiten gehe. Aber ich bin alleinerziehend und zur Zeit in einer Notlage. Trotzdem (und das kannst Du Deiner Mutter ruhig sagen), finde ich Liebe, Toleranz, ein warmes Herz und Hilfe in Not spenden wichtiger als den bestbezahltesten Job der Welt!
Ich wünsche Dir viel Mut und Kraft, um Deine eigenen Träume zu verwirklichen. Deine Diana


Aussehen
Frage von Sabine (20, weiblich) - Beantwortet am 29.04.2010
ich habe seit meiner pupertät überhaupt kein selbstvertrauen und sebstwertgefühl mehr, der Grund dafür ist, dass ich seit ich 10 bin in der Schule durchgehend meist von Ausländern (Türken )gemobbt bzw. geschlagen worden bin aufgrund meines Aussehens (Brille, Pickel etc.) und ich habe sehr stark darunter gelitten.

Nun da ich fast 21 bin und keine Brille mehr trage, keine Pickel mehr habe etc. und ich kurzum Wunderschön geworden bin (was mir sehr viele Leute bestätigen)( ich habe sogar vor kurzem einen Modelvertrag unterschrieben!) fühle ich mich im Inneren noch immer stark angeschlagen. Ich fühle mich jeden Tag von Wut zerfressen.
Wenn ich auf die Straße gehe passiert es öfters das mich Männer ansprechen und meine Nummer haben wollen und aufeinmal plötzlich soooo nett zu mir sind (ich würde sie am liebsten umbringen dafür ) ICH HASSE ALLE MÄNNER DAFÜR DAS SIE MICH SO BEHANDELT HABEN

SIND ALLE SCHEIß MÄNNER NUR AUF DAS AUSSEHEN FIXIERT UND HAT ES EIN MENSCHLICHES WESEN VERDIENT MIT FÜßEN GETRETEN ZU WERDEN BIS ES BLUTET WÄHREND EIN ANDERES BESSER AUSSEHENDES WESEN WIE EINE KÖNIGIN BEHANDELT WIRD????????????









KuWe antwortet:
Nein, natürlich nicht. Und ich kann Deine Wut sehr gut nachvollziehen. Du hast natürlich beide Extreme durchgemacht: das Hässlichsein und das Wunderschönsein. Das ist natürlich für eine so zerbrochene Seele ziemlich schwierig zu verkraften und es wundert mich, dass Du in die Modelbranche gegangen bist, wo es doch auch nur um das Aussehen geht.
Aber genau dort liegt der springende Punkt. Schonmal was vom Resonanzgesetzt gehört? Ist genauso ein Naturgesetz wie das der Schwerkraft, der Fliehkraft usw. Das Resonanzgesetz sagt unter anderem aus, dass gleiches von gleichem angezogen wird. Und das die Umwelt um einen herum nur einen Spiegel Deiner selbst darstellt. Da Du so auf Dein Aussehen fixiert bist (im guten wie im schlechten), geht es allen Menschen um Dich herum auch nur um Dein Aussehen. An Deiner Stelle würde ich mich in therapeutische Behandlung begeben (vielleicht eine Gesprächstherpie bei einer weiblichen Therapeutin)(ist echt nicht schlimm) und Deine Kindheit aufarbeiten. Dabei wirst Du feststellen, dass das Aussehen nur zweitrangig ist und das gilt für den Fall der Hässlichkeit als auch für den Fall der Schönheit. Wenn Du Deinem Aussehen weniger Aufmerksamkeit widmest, werden sich die anderen auch nicht für Dein Aussehen interessieren. Und noch was: ich denke trotzdem, dass es den einen Mann da draußen gibt, der Dich wegen Deines Charakters nimmt und ganz behutsam mit Dir umgeht! Ich wünsche Dir alles Liebe und ganz viel Kraft, Deine Diana


Stellenwert und Todessehnsucht
Frage von Heide (53, weiblich) - Beantwortet am 29.04.2010
Um evtl. Mißverständissen vorzubeugen möchte ich klarstellen, daß ich dies absolut nüchtern und bei klarem Verstand schreibe:

Seit vielen Jahren bin ich mal mehr, mal weniger depressiv. Im Moment eher mehr. Ich bin schon lange Jahre in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung, war auch schon öfters in der Klapse. Meine Macke nennt sich "Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Typ Borderline.

Nachdem ich unter einem prügelnden, despotischen und ungerechten Tyrann als Vater unendlich gelitten habe, habe ich auch nur noch prügelnde, saufende und ungerechte, laute Männer kennengelernt und im greisen Alter von 21 mit den Männern ganz abgeschlossen und mich ganz und gar nur noch um meine Kinder gekümmert und für sie gearbeitet.

Besonders in den letzten Wochen geht es mir immer schlechter und ich denke immer öfters und immer konkreter daran, dem ganzen Drama ein Ende zu setzen und warte nur noch auf den passenden Gemütszustand und die richtige Kurve, die mich von meiner unendlichen Traurigkeit und Sinnlosigkeit des Seins in den erstrebenswerten Zustand von Frieden und Freude und den Eintritt in die kollektive Einheit der Seelen und purer Intelligenz irgendwo in den Weiten des Universums trägt.

Obwohl ich ganz und gar nicht nahe am Wasser gebaut habe, muß ich immer öfters heimlich weinen und es kostet so viel Kraft, dies vor meiner Umwelt zu verbergen, denn ich bin Weltmeisterin darin, eine fröhliche und heitere Fassade vor mir herzutragen. Leider muß ich immer öfters feststellen, daß mein Stellenwert in der Gesellschaft und unter sog. "Freunden" so gering ist, daß er schon gar nicht mehr meßbar ist. Als Hartz IV-Empfängerin ist unsereins sowieso das Allerletzte. Einen neuen Job finde ich offensichtlich nicht mehr, da entweder zu alt oder überqualifiziert. Außerdem bin ich es leid, ständig diesen ermüdenden Kampf um's Überleben auszutragen, ich bin im wahrsten Sinne des Wortes des Lebens müde. Ich habe meinen Soll in diesem Leben längst erfüllt, 2 Kinder geboren und allein großgezogen, wovon der Jüngste vor 12 Jahren bei Nacht und Nebel abgehauen ist und jeglichen Kontakt mit mir verweigert. Mittlerweile weiß ich noch nicht mal, ob er überhaupt noch lebt und wie es ihm geht. Der Ältere hat seinen Weg gefunden und ist glücklich verheiratet. Das Letzte was ich will, ist ihn und meine Schwiegertochter mit mir zu belasten und zu belästigen.

Heute, an meinem 53. Geburtstag, hatte ich diverse Leute eingeladen, die alle etwas Besseres zu tun hatten. Einer fragte, ob er denn letztendlich gar der einzige Gast wäre, was auch so war, nachdem sich alle gedrückt haben. Daraufhin meinte er "dann lohnt es sich doch gar nicht, daß ich komme". Aua, das hat wehgetan, zeigt aber sehr deutlich meinen Stellenwert an. Wenn ich als Hundesitter oder Helfer in der Not gebraucht werde, wissen aber alle, wie und wo ich erreichbar bin. Das schürt natürlich meine Bitterkeit.

Nun bin ich an einem Punkt, wo ich nur noch schlafen will, und zwar für immer. Ich lebe nicht mehr, ich existiere nur noch... Ich mußte dies schreiben, um meinen Frieden zu finden. Vielleicht hat da draußen ja jemand 'ne Idee, wie ich mich entsorgen kann, ohne daß es etwas kostet, denn ich will meinem Sohn und meiner Schwiegertochter nicht noch mit den Kosten meines Abgangs zu belasten.

KuWe antwortet:
Liebe Heide,
der letzte Satz ist nicht Dein Ernst, oder? Du erwartest doch nicht wirklich von jemandem, der seine Freizeit karitativ dazu nutzt, anderen Menschen ein wenig unter die Arme zu greifen, dass er Dir Tips gibt, wie Du Dich am besten umbringen kannst?
Ganz ehrlich, wenn Du es wolltest, hättest Du es schon getan, und es ist gut so, dass Du es nicht getan hast, und ich sage Dir jetzt auch warum!
Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich erst jetzt Deinen verzweifelten Brief lese und sofort beantworte, aber hier geht es drunter und drüber. Nun wieder zu Dir:

Dass Du in psychotherapeutischer Behandlung bist, finde ich schonmal gut, denn ohne geht es auf keinen Fall, also bitte nicht abbrechen. Ich weiß nicht, womit ich anfangen soll, denn es gibt sovieles wofür es sich lohnt, zu leben: 1. Deine Kinder, auch wenn eines davon weg ist, das andere ist noch da. Auch wenn dieses Kind erwachsen ist, wird es sich ein Leben lang Schuldzuweisungen machen, dass es Dein Leben nicht hat retten können. 2. Das Leben ist schön! Punkt!
Ich weiß, dass Du das zur Zeit nicht so siehst, und glaube mir, ich hätte jeden Grund das auch anders zu sehen. Wie Du bin ich auch Hartz IV-Empfängerin, alleinerziehend mit einem chronischen Schmerzsyndrom (d. h. 24 Std. Schmerzen am Tag) und keinen Freunden. Aber eines habe ich gelernt: Das wichtigste, was ich im Leben brauche sind zwei Dinge: Gott und mich selbst. Ich bin der einzige Mensch, mit dem ich alles machen kann, der immer freundlich zu mir ist und der mit mir immer einer Meinung ist (so, jetzt lach mal!). Und das meine ich ernst. Ich bin natürlich nicht von heute auf morgen darauf gekommen.
Du beschreibst die Wanderung Deiner Seele ins Universum so unendlich schön, dass ich glauben muss, dass Du ein sehr weiser und spiritueller Mensch bist und deshalb möchte ich Dir auf dieser Ebene antworden: also ich glaube ganz fest an die Wiedergeburt. Und ich weiß, wenn Du jetzt Deinem Leben selbst ein Ende bereitest, hast Du Deine Lektion noch nicht gelernt. Das blöde ist, dann wirst Du wieder kommen und im nächsten Leben den gleichen Mist nochmals durchmachen, so lange, bis Du Deine Lektion gelernt hast. Wäre das denn bis jetzt nicht vergeudete Zeit gewesen?All die Depressionen, die Du bis jetzt durchgemacht hast und den Verlust Deines Sohnes und andere schlimme Dinge, die Dir im Laufe Deines Lebens passiert sind? Es wäre unfair, Dir gegenüber, das alles nochmal durchmachen zu müssen - meiner Meinung nach. Außerdem ist es nicht gut für Dich, immer eine fröhliche Fassade mit Dir rumzuschleppen. Das hält Deine Freunde auch nicht bei Dir, wie Du siehst. Sei autentisch. Wenn es Dir schlecht, geht, dann geht es Dir schlecht, da gibt es nichts zu beschönigen und es darf auch sein. Wir Menschen müssen nicht überall ständig gut gelaunt sein. Das liegt nicht in unserer Natur.
Vielleicht hilft Dir ja eine Selbsthilfegruppe weiter. Dort kann man sich gegenseitig Mut zusprechen. Sage Deinem Sohn und Deiner Schwiegertochter, was mit Dir los ist. Ihnen ist es bestimmt lieber, Dir in Deiner schwierigen Situtaion zu helfen, auch wenn Du ihnen nicht zur Last fallen willst, als dass sie ein ewig schlechtes Gewissen haben, weil Du Dich umbringst und sie nicht erkannt haben, wie schlimm es um Dich stand. Wirf Dein Leben nicht weg. Es ist alles, was wir von Gott bekommen haben und Du willst doch nicht etwa in der nächsten Zeit vor Deinen Schöpfer treten und ihm beibringen müssen, warum Du sein Geschenk nicht annehmen wolltest, oder?l....
Also, ich wünsche Dir ganz viel Kraft für einen neuen Lebensanfang. Deine Diana


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